Boschers Gedicht "Epilog" wurde in der Zeitschrift für Literatur "Allmende N. 82" abgedruckt (ISBN 978-3-88190-527-5).
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Leseprobe aus Boschers Ruhe im Kartong,
abgedruckt in
"Lesestoff. Ein Magazin rund ums geschriebene Wort"
(Nr.4/2002, Seite 35-38):

Es musste doch nicht ausgerechnet der Kühlschrank sein, und gerade zu der Zeit, da ich zumeist - wie Udo es doch mittlerweile wissen musste - von der Arbeit nach Hause komme und gerne noch ein letztes Bier in der Küche trinke. Also, das Letzte, was ich in einer solchen Nacht noch sehen möchte, ist Udos Hintern, eingerahmt von zweien in der Luft hängender Beinen, untermalt von einem geradezu obszönen, so lauten Klatschen, dass ich dies eigentlich schon - wenn ich nicht so müde gewesen wäre - im Flur hätte hören müssen. Mal ganz abgesehen von Udos angestrengtem Keuchen, dem Geklirre und Geschepper im Kühlschrank und der hörbaren Freude von Udos Bekanntschaft an dieser ganzen Aktion. Zu allem Überfluss schäumte mein Bier über, das ich mir dann - als die Küche wieder frei war - doch noch genehmigen wollte.
Als ich Udo am nächsten Tag darauf ansprach, zuckte der nur mit den Achseln. War ihm wohl zu Kopf gestiegen, auch mal was mit einer Frau zu haben. Okay, zugegeben, diese Frau nahm ihn ganz schön ran, der Küchenszene folgte schon bald heftigstes Treiben in der Dusche, aber muß man sich denn gleich seinen ganzen Anstand aus dem Hirn ficken? Schließlich hatte ich mein Zimmer direkt neben dem Bad, und dieses Gekicher, lauthalse Lachen, dieses ganze Geplätscher, und schließlich dieses beständige Rumsen gegen die Wand, mal schneller, mal langsamer, in solch einem unberechenbarem Rhythmus, daß es einfach nicht zu ignorieren war, zumal diese Frau irgendwann begann, Udo lautstark anzufeuern: Ja ja, pack mich, tiefer, schneller, höher, weiter, weiter, meine Muschi, mein Arsch, meine Titten. Fehlte nur noch, daß Udo auch noch anfing: Mein Schwanz, mein Arsch, meine Eier...
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Leseprobe aus Pfannekuchen von Ralf Boscher,
veröffentlicht in "Federwelt. Zeitschrift für Autorinnen und Autoren"
(Nr.22, August 2002, Seite 43-44):
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Am frühen Morgen wurde der im Krankenhaus herumirrende Junge aufgegriffen. Die Schwestern packten ihn in Decken und versuchten, ihn zu beruhigen. Sie glaubten zunächst, daß der Junge sich während der Besuchszeit verlaufen hätte und seitdem herumgeirrt wäre. So fragten sie Hartmut nach seiner Mutter und seinem Vater. Ob sie vielleicht zur Behandlung hier wären? Der Junge schaute sie nur an. Er hatte Angst, und er war so müde, daß er die Worte gar nicht mehr richtig verstand. "Ist deine Mutter hier? Liegt deine Mutter vielleicht irgendwo im Haus?" fragten sie nochmals. Er nickte kaum merklich. "Deine Mutter ist also hier?" Er nickte, der Junge faßte etwas Mut: "Ja, im Städtischen hat er gesagt." "Wer?" "Herr Kraus." "Herr Kraus hat dir also gesagt, deine Mutter wäre hier." Hartmut nickte, ein unsicheres Lächeln um die roten Augen: "Und er hat noch gesagt, im Kühlhaus. Im Kühlhaus wäre sie. Aber das finde ich nicht." Er schaute die Schwestern erwartungsvoll an...
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Leseprobe aus Kalter Kaffee, Kurzgeschichte von Boscher abgedruckt im Weihnachtsheft der Literaturzeitschrift "Der Maskenball" (Nr. 56, Dez. 2003, 6.Jahrgang, ISSN 01616-0118):
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Nerven wie Drahtseile sollte haben, wer zur Weihnachtszeit bei einem Partyservice arbeitet. Von wegen, Fest der Liebe! Bring' mir meinen Drink', sonst setzt es Hiebe! Manche Gäste sind wie verwöhnte Kinder, die schon zu lange auf das Christkind warten. Aber der Gast ist Kunde, und der Kunde ist bekanntlich König. Freundlich lächelnd brachte ich also auch an jenem Abend Bier um Bier, schließlich war ich das grinsende Servicetier. Servierte flink einen Kaffee. Bitte? Ach nein, Sie wollten einen Tee. Nein? nun wollen Sie doch lieber einen Sekt, fragen, wie wohl der Gänsebraten schmeckt? Glauben Sie mir, an dem ist noch keiner verreckt! Natürlich dachte ich dies nur im Eifer des Gefechts und lächelte dabei...
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Die Erzählung Was spricht die Mitternacht ist im Dezember 2003 in der "Edition Zehn" des Literaturmagazins "Macondo" (ISSN 1436-7378) erschienen.

In der unter dem Motto Lachen stehenden 11. Ausgabe des Literaturmagazins "Macondo" erschien im Juli 2004 Ralf Boschers Erzählung Ich erzähle Euch von Regenbögen.
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